Pflanzenschutzdienst
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Einfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und anderen Gegenständen in die EU

Die Einfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und anderen Gegenständen in die EU unterliegt strengen Regelungen. Es muss sichergestellt werden, dass mit den Waren keine Schädlinge eingeführt werden, die ein Risiko für die Pflanzengesundheit darstellen. Um dieses zu gewährleisten, müssen bei der Einfuhr von pflanzlichen Waren bestimmte Dokumente mitgeführt werden und Kontrollen durch den zuständigen Pflanzenschutzdienst erfolgen.

 

Bedingungen für die Einfuhr die EU

Die in Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 gelisteten Unionsquarantäneschädlinge stellen ein nicht hinnehmbares Risiko für das Gebiet der Europäischen Union dar und dürfen nicht eingeschleppt oder verbreitet werden. Bestimme Pflanzen unterliegen aufgrund des Risikos, solche Quarantäneschädlinge mitzubringen, einem generellen Einfuhrverbot. Diese einfuhrverbotenen Pflanzen sind in Anhang VI der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 aufgeführt.

Für einige Waren gelten hingegen besondere Bestimmungen, die eingehalten werden müssen, um eine Einschleppung von gefährlichen Schaderregern zu verhindern. Dieses können spezielle Untersuchungen oder Behandlungsverfahren sein. Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse und andere Gegenstände, die besondere Bedingungen für die Einfuhr erfüllen müssen, sind in Anhang VII der (EU) 2019/2072 aufgeführt.

Zusätzlich gibt es noch sogenannte Hochrisikopflanzen, die vorübergehend einfuhrverboten sind. Ihr Status kann sich ändern, wenn eine entsprechende Risikobewertung durchgeführt wurde. Weiterführende Informationen zu Hochrisikopflanzen können der Fachinformation am Ende des Artikels entnommen werden.

 

Pflanzengesundheitszeugnisse (PGZ)

Seit Inkrafttreten der Pflanzengesundheitsverordnung (EU) 2016/2031 am 14.12.2019 besteht für alle Pflanzen, eine PGZ-Pflicht bei der Einfuhr. Dazu zählen ganze Pflanzen, aber auch lebende Teile von Pflanzen wie z. B. Samen (die zum Anpflanzen bestimmt sind), Früchte, Gemüse, Knollen, Zwiebeln, Wurzeln, Unterlagen, Sprossen, Schnittblumen, Äste, gefällte Bäume, Blätter und Laub, Knospen, Edelreiser, Stecklinge und Pfröpflinge.

Auch gebrauchte land- und forstwirtschaftliche Maschinen, Geräte und Fahrzeuge unterliegen einer PGZ-Pflicht.

Lediglich die Früchte von Ananas comocus (Ananas), Cocos nucifera (Kokos), Durio bibethinus (Durian), Musa (Banane) und Phoenix dactylifera (Dattel) sind von der PGZ-Pflicht ausgenommen.

Das Pflanzengesundheitszeugnis wird beim Pflanzenschutzdienst des Drittlandes beantragt, aus dem die Ware eingeführt werden soll.

 

Registrierungspflicht

Unternehmer, die Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder andere Gegenstände aus Drittländern in die EU einführen wollen, müssen sich beim zuständigen Pflanzenschutzdienst registrieren lassen. Neben allgemeinen Angaben zum Unternehmen sind dabei auch Angaben zur Art der Einfuhren (z.B. Postversand), den Gebieten aus denen Einfuhren erfolgen sowie über die Art der Waren, die eingeführt werden sollen, zu machen. 

Den Registrierungsantrag mit den entsprechenden Anlagen finden Sie hier.

 

Anmeldung in TRACES & Einfuhrkontrolle durch den Pflanzenschutzdienst

Die Einfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und Gegenständen muss angemeldet werden. Dies erfolgt über ein elektronisches System der EU namens TRACES. Nach Erstellen eines Zugangs wird Ihr Unternehmen vom zuständigen Pflanzenschutzdienst validiert und zur Nutzung freigeschaltet.

Weiterführende Informationen zur Nutzung von TRACES finden Sie auf der Internetseite des Julius-Kühn-Institutes unter: https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/traces.html.

Die Freigabe geregelter Waren durch den Zoll erfolgt erst nach einer erfolgreichen phytosanitären Kontrolle durch den Pflanzenschutzdienst. Allerdings müssen nicht alle Waren vom Pflanzenschutzdienst beschaut werden: Eine 100%ige Beschaupflicht besteht nur für die Waren, die in Anhang XI Teil A der (EU) 2019/2072 gelistet sind. Für die übrigen pflanzlichen Waren erfolgt eine risikobasierte Beschau von mindestens 1% der eingeführten Sendungen.

Die Pflanzenbeschau findet in der Regel an der Grenzkontrollstelle statt. In manchen Fällen ist aber auch eine Beschau am Bestimmungsort möglich. Dafür muss ein entsprechender Antrag auf Benennung als Kontrollstelle gestellt werden und die Genehmigung des zuständigen Pflanzenschutzdienstes erfolgen. Dieses kann nur erfolgen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden (z.B. Möglichkeit der Lagerung unter Quarantänebedingungen ausreichend Platz, gute Beleuchtung u. ä.).

 

Weiterführende Links:

Die aufgeführten rechtlichen Regelungen finden Sie u.a. auf der Internetseite des Julius Kühn-Institutes unter Regelungen/Standards > EU-weite Regelungen > Pflanzenquarantäne.

Kontakte

Sachgebiet 3.7.2

0511 4005-2210

0511 4005-2215

  hr.pflanzenbeschau~lwk-niedersachsen.de


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