Pflanzenschutzdienst

Japankäfer erstmals in Niedersachsen gefunden

Webcode: 01045631
Stand: 25.09.2026

Seit Juli 2026 hat der niedersächsische Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zwölf Japankäfer in Fallen am Flughafen Hannover festgestellt. Es handelt sich um das erste Auftreten des Japankäfers in Niedersachsen.

Beim Japankäfer (Popillia japonica) handelt es sich um einen meldepflichtigen Unionsquarantäneschädling. Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Japan und hat ein sehr breites Wirtspflanzenspektrum. Es sind inzwischen über 400 Pflanzenarten bekannt, die vom Japankäfer befallen werden können. Darunter fallen wichtige Kulturpflanzenarten wie Ahorn, Buche, Eiche, Apfel, Kirsche, Heidelbeere, Weinrebe, Pflaume, Haselnuss, Rose, Mais, Sojabohne und viele mehr.

Japankäfer mit Skelettierfraß (Foto 1)
Japankäfer mit Skelettierfraß (Foto 1)LWK Niedersachsen
Der Japankäfer wurde vermutlich vor 2014 als „blinder Passagier“ nach Norditalien eingeschleppt, von wo aus er sich immer weiter ausbreitet. Inzwischen gibt es neben Befallsgebieten in Nortitalien auch Befallsgebiete in der Schweiz sowie in Deutschland (Hessen, Baden-Württemberg und Bayern).

Die Verbreitung des adulten (erwachsenen) Japankäfers erfolgt vor allem passiv über Transportwege, d. h. der Käfer kann mit Verkehrsmitteln (z. B. Güterzüge, LKW, PKW, Campingwagen) oder auch im Reisegepäck mitfahren und so als „blinder Passagier“ aus Befallsgebieten in nicht befallene Gebiete gelangen. Die Eier und Larven des Japankäfers können hingegen mit Erde (z. B. Pflanzen zum Anpflanzen mit Erdballen oder Substrat aus befallenen Gebieten in nicht befallene Regionen Gebiete verschleppt werden.

Die Larven des Japankäfers entwickeln sich im Boden an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen (bevorzugt an Gräsern in Rasen, Wiesen und Weiden) und können bei massenhaftem Auftreten ganze Pflanzenbestände erheblich schädigen. Dagegen richten die adulten Käfer Schäden durch Fraß an Blättern (auffälliger Skelettierfraß, siehe Foto 1), Blüten und Früchten an. Mit dem Flug erwachsener Japankäfer ist hauptsächlich von Juni bis Ende September zu rechnen.

Aufgrund des Fundes von bislang nur 12 Tieren in einem eng begrenzten Bereich am Flughafen Hannover wird derzeit davon ausgegangen, dass es sich um „blinde Passagiere“ handelt, die mit einem Flugzeug aus einem Befallsgebiet eingeschleppt wurden. In weiterer Folge wurde die Überwachung des Japankäfers im Umkreis des Flughafens deutlich intensiviert.  

Japankäfer mit den prägnanten weißen Haarbüscheln am Hinterleib (Foto 2)
Japankäfer mit den prägnanten weißen Haarbüscheln am Hinterleib (Foto 2)LWK Niedersachsen

Die ersten Funde des Japankäfers in Niedersachsen verdeutlichen, dass das Risiko der Einschleppung des Japankäfers mit Waren- und Personenverkehr zunimmt.
Kontrollieren Sie daher vor der Rückreise aus befallenen Gebieten stets Fahrzeuge, Gepäck (auch Zelte oder Kinderwagen) gründlich auf den Japankäfer. Bringen Sie keine Pflanzen oder Schnittblumen aus Befallsgebieten mit!

So erkennt man den Japankäfer

Der Japankäfer ist etwa so klein wie eine Kaffeebohne (8–11 mm lang). Mit den bräunlichen Flügeldecken und dem grün-metallisch schillernden Kopf und Halsschild ähnelt er einigen heimischen Käfern, insbesondere dem Gartenlaubkäfer (Foto 4).

Besondere Unterscheidungsmerkmale: 

  • Der Japankäfer hat jeweils fünf gut sichtbare weiße Haarbüschel an den Körperseiten unterhalb der Flügeldecken sowie zwei weiße Haarbüschel am Hinterende (Foto 2). Fehlen diese, handelt es sich nicht um den Japankäfer.
  • Alarmverhalten: Bei Gefahr spreizt der Japankäfer ein Beinpaar ab (Foto 3). Dieses Verhalten ist bei einheimischen Käfern nicht bekannt.  
    Japankäfer mit abgespreitztem Beinpaar (Foto 3)
    Japankäfer mit abgespreitztem Beinpaar (Foto 3)LWK Niedersachsen

Meldepflicht

Der Japankäfer ist meldepflichtig.

Kontaktieren Sie bei einem Verdacht auf den Japankäfer daher umgehend das Sachgebiet 7.1.2 (Pflanzengesundheit, Information) des Pflanzenschutzamtes: 

  • Fotografieren Sie verdächtige Käfer (senkrecht von oben) und versuchen Sie diese, wann immer möglich, in einem verschließbaren Glas einzufangen.
  • Melden Sie Verdachtsfälle in der Nähe bzw. Umgebung des Flughafens Hannover bitte per E-Mail an folgende E-Mail-Adresse: Japankaefer@lwk-niedersachsen.de und lassen Sie uns das Bildmaterial zukommen.  
    Gartenlaubkäfer ohne die prägnanten weißen Haarbüschel (Foto 4)
    Gartenlaubkäfer ohne die prägnanten weißen Haarbüschel (Foto 4)Dr. Thomas Brand
  • Alle weitere Verdachtsfälle sollten weiterhin per E-Mail an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: pflanzengesundheit@lwk-niedersachsen.de 

   

 

Weitere Informationen zum Japankäfer  

https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/pflanzengesundheit/japankaefer.html

https://www.pflanzenschutzdienst-niedersachsen.de/pflanzenschutz/news/43066_Lassen_Sie_den_Japankaefer_nicht_mitreisen 

https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/popillia-japonica.html