Pflanzenschutzdienst
Webcode:01037041

Riesenbärenklau - Herkulesstaude

Riesenbärenklau  - Erkennen und Entfernen

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze eingeführt und in Gärten und Parks weit verbreitet. Imker säten ihn als Trachtpflanze für ihre Bienen und Jäger brachten sie als Deckungspflanze für das Wild aus. Heutzutage ist die Herkulesstaude weit verbreitet und gehört zu den invasiven Arten. Er gehörtzur Familie der Doldengewächse und kann eine Wuchshöhe von 2 bis 4 m erreichen. Sein bis zu 10 cm dicker Stängel ist hohl, gefurcht, weist am unteren Ende weiße Flecken auf.  Die Blätter sind 3–5-teilig zerschnitten und auf der Unterseite kurz behaart. Innerhalb weniger Wochen können die Blätter über 1m lang werden und erreichen schließlich während der Hauptwachstumsphase mit Stängel eine Länge von bis zu 2 m. Seine rübenartige Pfahlwurzel wächst bis zu 60 cm in den Boden. Die weißen Blütendolden erreichen einen Durchmesser von 50 cm. Eine ausgewachsene Pflanze bildet 10.000 bis 50.000 schwimmfähige Samen, die 8 bis 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Vor allem Gewässer mit Überschwemmungsgebieten und Verkehrsanlagen (Verwirbelungen entlang von Straßen, Autobahnen und Gleisen) bilden die Hauptverbreitung der Samen. Auch Baumaßnahmen, Erdbewegungen, wilde Komposthalden und Aussaat durch Menschen sind die Verbreitungswege. Die Pflanze siedelt an allen
Standorten. Eine vegetative Vermehrung des Riesenbärenklaus ist nicht möglich. Der Saft des Riesenbärenklaus enthält phototoxisch wirkende Furocumarine – es ist daher dringende Vorsicht geboten beim Ausgraben und Abmähen von Riesenbärenklau!

Wenn die Haut nach der Benetzung mit Pflanzensaft der Sonneneinstrahlung ausgesetztwird, entstehen Hautentzündungen. Mögliche Folgen sind Juckreiz, Rötungen,Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut. Die Veränderungen können wie Verbrennungen ersten und zweiten Gradesaussehen. Schon die Dämpfe können die Gesundheit beeinträchtigen und z. B. Übelkeitverursachen. Auch vertrocknete Stängel,Blüten und Samen enthalten den Giftstoff Furocumarin. Die Hautreaktion wird bisweilen erst nach zwei bis drei Tagen sichtbar und spürbar.

Siedelt sich der Riesenbärenklau in der Nähe von Wegen an, wo die Gefahr besteht, dass sich Fahrradfahrer oder Fußgänger (insbesondere Kinder) verletzen könnten, haftet meistens der Eigentümer der Flächen für mögliche Schäden, die durch den Riesenbärenklau entstanden sind. Bei ungeklärten Eigentumsverhältnissen sollte die örtliche Polizeidienststelle oder das Ordnungsamt informiert werden, um notwendige Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Der Riesenbärenklau ist mit dem heimischen Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) verwandt. Der Wiesenbärenklau hat im  Unterschied zur Riesenbärenklau keine roten Flecken an den Stängeln und er ist mit 1,5 m Höhe deutlich kleiner. Die Möglichkeit von Hautentzündungen durch den Pflanzensaft ist beim Wiesenbärenklau dagegen sehr gering.

Für eine Bekämpfung mit Herbiziden auf Nichtkulturland darf erst nach Erteilen einer Ausnahmegenehmigung erfolgen.

Kontakte

Dr. Dirk Wolber

0511 4005-2169

0511 4005-3169

  dirk.wolber~lwk-niederschsen.de


Dipl.-Ing. agr.
Goßswinth Warnecke-Busch

Herbologie

0511 4005-2199

0152 5478 2217

  warnecke-busch~lwk-niedersachsen.de


Mehr zum Thema

Riesenstaudenknöterich

Riesenstaudenknöterich

Pflanzen mit enormer Wuchskraft, hohem Regenerationsvermögen und beachtlicher Ausbreitungstendenz können nicht zu unterschätzende Probleme sowohl auf Nichtkulturland (Merkblatt) als auch auf gärtnerisch, land- oder …

Mehr lesen...
Befestigte Freilandflächen

Pflanzenschutz im „Nichtkulturland“

In § 12 Abs. 2 PflSchG ist festgelegt: „Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch …

Mehr lesen...
Pflanzenschutzmittel im Straßenbegleitgrün

Pflanzenschutzmittel im Straßenbegleitgrün

Das Straßenbegleitgrün zählt zu den Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, und ist ein elementares Gestaltungselement der Verkehrsleitung

Mehr lesen...
Pflanzenschutzmittel für die Allgemeinheit

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (§ 17 PflSchG)

Im öffentlichen Bereich dürfen nur bestimmte Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die ein geringes Risiko mit sich bringen. Zudem gelten spezifische Auflagen und Anwendungsbestimmungen für entsprechend zugelassene …

Mehr lesen...
Konzept des Integrierten Pflanzenschutzes

Integrierter Pflanzenschutz im öffentlichen Grün

Nach dem Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz, PflSchG) darf Pflanzenschutz nur nach den Richtlinien der guten fachlichen Praxis durchgeführt werden. Dazu zählt, die Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes zu…

Mehr lesen...
Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Fußballstadien

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Sportplätzen

Sportplätze sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich und gelten pflanzenschutzrechtlich als Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen ist …

Mehr lesen...