Pflanzenschutzdienst

Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade: Ausnahmeregelung zu GLÖZ 6

Webcode: 01045836
Stand: 07.10.2026

In dem aktuellen Antragsjahr 2026 sind in ausgewählten Regionen Niedersachsens Ausnahmen von den Vorgaben zur Mindestbodenbedeckung möglich.

Ein weißes Insekt mit federartigen Anhängseln sitzt auf einer erdigen Oberfläche.
Nymphe Schilf-GlasflügelzikadeNadine Drechsler
Für den Lebenszyklus der Zikade spielt Wintergetreide eine wesentliche Rolle. Untersuchungen zeigen, dass der Verzicht auf den Anbau von Wintergetreide nach der Kultur im Sommer den Befallsdruck deutlich verringern kann. Eine vegetationsfreie Phase während des Winters reduziert das Vorkommen der Nymphen im Boden, da geeignete Wirtspflanzen fehlen und die Zikade keine Nahrungsgrundlage mehr findet. Dadurch wird die Entwicklung zu adulten Zikaden beeinträchtigt und der Schlupf sowie die Ausbreitung im darauffolgenden Frühjahr kann deutlich vermindert werden.  

Um wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) zu ermöglichen, wurde im GAP-Strategieplan 2026 eine Ausnahmeregelung gemäß § 17 Abs. 2a der GAPKondV (vgl. GLÖZ 6) geschaffen.  In dem aktuellen Antragsjahr 2026 darf zur Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade und der durch sie übertragenen Krankheitserreger auf Ackerflächen, auf denen Rüben, Kartoffeln, Rote Bete, Mangold, Möhren, Steckrüben, Zwiebeln oder Sellerie als Hauptkultur angebaut werden, auf die Mindestbodenbedeckung verzichtet werden, sofern anschließend während des Antragsjahres keine Zwischenfrüchte und keine weitere Kultur angebaut werden.

Die Ausnahmeregelung gilt für die Anforderungen zur Mindestbodenbedeckung nach der Ernte 2026 und findet in Niedersachsen ausschließlich in den nachfolgend aufgeführten Landkreisen und Städten Anwendung:  Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel, Goslar, Gifhorn, Peine und die Städte Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter.

Betroffene Betriebe erhalten damit in dem aktuellen Antragsjahr 2026 die Möglichkeit, empfohlene pflanzenbauliche Maßnahmen, insbesondere die Anlage einer Schwarzbrache, umzusetzen und so den Befallsdruck der Schilf-Glasflügelzikade nachhaltig zu verringern. Der Anbau von Sommerungen im Jahr 2027 ist möglich.